Was passiert ist

Am 10. September gaben Universal Music Group und ElevenLabs eine mehrjährige Lizenzvereinbarung und strategische Zusammenarbeit bekannt. Sie beginnt mit einer neuen KI-gestützten Plattform zur Musikerstellung, die derzeit entwickelt wird und auf lizenzierter Musik und der Beteiligung von Artists beruht.

Laut Ankündigung soll die Plattform Fans neue Möglichkeiten bieten, gemeinsam mit der Musik teilnehmender Artists und Songwriter kreativ zu werden: Remixe und Mashups, neue Interpretationen von Tracks und personalisierte Gesangserlebnisse. ElevenLabs, vor allem für KI-Sprachtechnologie bekannt, sagt, dies sei der erste Deal mit einem Major-Label. Die Unternehmen wollen außerdem KI-Audioprodukte für Artists und Songwriter entwickeln.

Was die Unternehmen sagten

UMG-Chairman und CEO Lucian Grainge sagte, verantwortungsvolle KI „kann Entdeckungen inspirieren, die Bindung zwischen Artists und Fans vertiefen und neue Einnahmemöglichkeiten erschließen“. Staniszewski von ElevenLabs sprach davon, sicherzustellen, dass Artists und Songwriter „fair vergütet“ werden.

Warum das wichtig ist

Die Plattform wird als eigenständig gegenüber den bestehenden ElevenLabs-Produkten Music API und ElevenMusic beschrieben; es handelt sich also um ein separates, vom Label lizenziertes Angebot. Die Teilnahme erfolgt pro Artist und Songwriter, was bedeutet, dass die Musik eines UMG-Artists nicht automatisch Teil des Dienstes wird.

Für Musiker beim Label ist das wichtig, weil es die Einwilligung in den Mittelpunkt des Modells rückt. Die Berichterstattung über den Deal beschreibt ihn als Opt-in. Nicht gesagt wird, wie ein Artist sich anmeldet, was ihm angeboten wird oder welche Grenzen für die Nutzung seiner Stimme oder seiner Songs gelten.

Was noch unklar ist

  • Finanzielle Bedingungen und eine etwaige Erlösaufteilung. Die Ankündigung sagt nur, Kreative sollten fair vergütet werden.
  • Welche Artists und Songwriter teilnehmen und wann die Anmeldung beginnt.
  • Ein Starttermin. Die Plattform wird lediglich als in Entwicklung beschrieben.
  • Technische Details, darunter wie Ausgaben nachverfolgt oder zugeordnet werden.

Das große Bild

Universal ist schon einmal einen ähnlichen Weg gegangen. Im Oktober 2025 legte das Unternehmen seine Klage gegen Udio bei und einigte sich auf eine lizenzierte Plattform, die Udio nach eigener Aussage 2026 als Abodienst starten wollte. In der Zwischenzeit sollte Udios Dienst verfügbar bleiben, mit Kreationen in einem „Walled Garden“ sowie zusätzlichem Fingerprinting und Filtern.

AnalyseDas Muster dieser Deals ist einheitlich: lizenzierter Katalog, teilnehmende Artists, eine geschlossene Umgebung und ein Produkt für Fans statt eines Allzweck-Generators. Ob Artists damit nennenswerte Einnahmen erzielen, hängt von Bedingungen ab, die keines der Unternehmen offengelegt hat.